So erkämpfen sich Hirsch und Reh die Liebe einer Frau

In der Brunftzeit gehen Hirsche und Rehe auf die Suche nach einer Partnerin. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn auch in der Tierwelt will das Weibchen erobert werden.

Mo, 20.08.2012

Der Rehbock hat von Mitte Juli bis Mitte August nur ein Ziel vor Augen: das weibliche Reh – die Geiß. Es ist Brunftzeit (Paarungszeit) und in diesen vier Wochen im Jahr spielt die Tierwelt verrückt. In dieser Zeit suchen sich Hirsch und Reh nämlich den perfekten Partner, um eine Familie zu gründen.

Das Reh ist nicht die Ehefrau vom Hirschen, wie viele vielleicht denken. Der Hirsch gehört zur Hirschkuh oder Tier und das Weibchen vom Rehbock ist die Geiß. Die Rehgeiß fiept und macht Geräusche in der Brunftzeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Bevor sich das weibliche Reh für einen Rehbock entscheidet, muss dieser sich jedoch gegen einen anderen Bock behaupten. Dabei hilft ihm sein Geweih, das nur die männlichen Rehe haben, im Kampf zur Selbstverteidigung. Die Böcke machen sich kampfbereit, indem sie mit den Hinterbeinen auf den Boden schlagen und aufeinander zuschreiten. Das gehört zu ihrem Imponiergehabe. Das heißt, der Rehbock will seinen Gegner beeindrucken und von seiner Stärke überzeugen. Dann senken beide die Köpfe und setzen ihr Geweih für den Kampf ein. Hat sich ein Bock als der Stärkere erwiesen, ist der Kampf jedoch noch nicht vorbei. Nun lässt sich die Geiß vom Bock jagen. Dabei zieht das Liebespaar Kreise, bis der Bock die Geiß eingeholt hat.

Hirsche müssen die Hirschkuh (das Tier) ebenfalls im Kampf erobern. Nur kündigen die männlichen Hirsche die Brunftzeit lautstark an. Häufig kann man im Wald ein tiefes Gebrüll hören. Dieses Geschrei der Hirsche nennt man das Röhren, das meist im Herbst zu hören ist, denn die Brunftzeit bei den Hirschen ist etwas später als bei den Rehen, nämlich von Mitte September bis Mitte Oktober.

Hirsche und Rehe sind zwei verschiedene Arten von Rotwild. Während der Hirsch sehr groß und bis zu 150 Kilogramm schwer werden kann, ist das Reh mit 25 Kilogramm sehr zierlich. Wegen seiner schmalen Statur ist das Reh auch sehr flink, kann sich leicht ducken und durch Bäume und Büsche hindurchschlüpfen – daher wird es als Schlüpfertyp bezeichnet. Der Hirsch dagegen ist ein Läufertyp. Er ist muskulöser und kann sehr weite Strecken laufen.

(Sofia Dillenberger)

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